Das Montblanc Meisterstück. Ein perfektes Symbol für Liebeskunst

6. Januar 2026

By Vanessa Eden

Was das Montblanc Meisterstück für mich mit Liebeskunst zu tun hat.

Manche Menschen halten Liebe für etwas, das „einfach da“ ist – oder eben nicht. Ich halte das für eine der teuersten Fehlannahmen überhaupt.

Denn Liebe ist nicht nur ein Gefühl. Liebe ist eine Haltung, die gelernt und geübt werden darf. Und dann nahm ich einmal mehr diesen wunderschönen Füllfederhalter in die Hand. Ich schreibe mit ihm immer dann, wenn es etwas Besonderes zu schreiben gibt. Dieser Füller drückt sehr gut aus, was ich mit Liebeskunst meine und er deshalb als Symbol für meine Art der Liebeskunst dient: Der Füller ist ein in der Zwischenzeit ausverkauftes Montblanc Meisterstück.

Für mich ist das Montblanc Meisterstück aber nicht nur ein Füller, sondern auch ein Geschenk meines besten Freundes. Es ist graviert. Es ist limitiert und weltweit ausverkauft. Es ist Handarbeit. Es ist Haptik. Und ja: es war teuer. Genau das gehört dazu.

Was der Montblanc mit Liebeskunst zu tun hat

Natürlich ersetzt ein Symbol keine Praxis. Aber es erinnert an Praxis.

Wenn ich diesen Füller in die Hand nehme, erinnert er mich an Luxus. Er erinnert mich zudem an Meisterschaft: an das, was entsteht, wenn jemand Zeit, Aufmerksamkeit und Sorgfalt investiert – statt auf Autopilot zu leben.

LIEBESKUNST ist genau das: eine bewusst geführte Haltung. Eine Lebensform.

Liebe zeigt sich in Großzügigkeit – nicht im Fordern

Dieser Füller war ein Geschenk. Das ist der erste Punkt.

Ein Geschenk ist mehr als ein Objekt. Es ist ein Akt:
Jemand entscheidet sich, zu geben. Und er gibt nicht nur Geld – er gibt Lebenszeit. Denn Geld ist am Ende geronnene Lebenszeit: Arbeitsstunden, Verantwortung, Risiko, Fokus.

Viele unterschätzen genau das, weil sie Liebe als Gefühl missverstehen – und Beziehung dann auf Autopilot stellen.
Sie wollen Liebe leben und Liebe erfahren, aber sie sind nicht bereit, zu investieren.
Sie erwarten Nähe, ohne Präsenz. Intimität, ohne Wahrheit. Beziehung, ohne Führung.

Ein Geschenk stellt diese Logik auf den Kopf: Nicht nehmen. Geben.

Und dieses Geben kann vieles sein: Vertrauen, Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Zeit.

Liebeskunst hat einen Preis. Und Nicht-Liebeskunst auch

Ich sage nicht: „Liebe hat einen Preis.“ Das wäre zu platt.

Aber: LIEBESKUNST hat einen Preis, weil sie Praxis ist. Und Praxis kostet: Zeit, Aufmerksamkeit, Selbstführung, Mut, manchmal auch Geld (Bücher, Therapie, Rückzug, echte Entscheidungen).

Und noch klarer: Nicht-Liebeskunst hat ebenfalls einen Preis. Oft den höheren.

  • Eine ungeführte Beziehung produziert Reibungsverluste: Distanz, Zynismus, Eskalationen, Rückzug.
  • Im Extrem: Trennung oder Scheidung – emotional, sozial, finanziell.
  • Ökonomisch betrachtet: starke negative externe Effekte. Nicht nur für das Paar, sondern für Kinder, Umfeld, Gesundheit, Arbeitsleistung.

Viele reden sich ein, sie könnten die Liebe innerhalb der Beziehung „laufen lassen“. Das funktioniert manchmal – meist nur so lange, bis Belastung kommt.

Wenn du gute Ergebnisse willst, brauchst du Bereitschaft zur Investition. In jedem Lebensbereich. Warum sollte es in Sachen Liebeskunst die Ausnahme sein?

Limitiert: Was Unverfügbarkeit mit unserem Erleben macht

Limitiert und ausverkauft – das erinnert mich an einen Kernpunkt, den Hartmut Rosa sehr klar formuliert: Lebendigkeit entsteht nicht dort, wo alles verfügbar ist. In seinem Buch Unverfügbarkeit beschreibt er diesen Mechanismus am Beispiel von Schnee.

Rosa erklärt Unverfügbarkeit als etwas Essenzielles für Resonanz: Wenn ein Mensch vollständig verfügbar ist und immer tut, was wir wollen, hört er auf, ein resonantes Gegenüber zu sein.

Das ist nicht nur ein Beziehungsargument. Das ist auch ein Lust-Argument:
Wo alles planbar, abrufbar, kontrollierbar sein soll, verschwindet das, was uns wirklich berührt: Freude. Lebendigkeit. Staunen. Begehren.

Unverfügbarkeit ist nicht Entzug.
Unverfügbarkeit ist die Anerkennung, dass ein Gegenüber kein Objekt ist. Und dass Resonanz nicht erzwungen werden kann.

Limitierte Produkte bedienen einen Effekt: Sie werden begehrenswerter, die Intensität des Erlebens steigt an.

Für die LIEBESKUNST bedeutet das, dass wir uns des Besonderen der Liebe bewusst sind. Liebe ist ein unverfügbares Geschenk.

Handarbeit, Material, Haptik: Liebeskunst bleibt nicht im Kopf

…. sondern zeigt sich im Denken, Fühlen und Handeln. Ein Füller zwingt dich in eine andere Welt: Tinte, Papier, Handschrift und Langsamkeit. Er ist haptisch, echt und nicht wegwischbar. Was steht. Das steht. Korrekturen werden sichtbar.

Und genau hier liegt eine wichtige Brücke: Liebe ist nicht nur Mindset. Ob Liebe wirklich gelebt wird, zeigt sich in Handlungen. Sie zeigt sich im Hier und Jetzt – auch körperlich: in Berührung, in Präsenz, im Ton, im Blick, in der Begegnung.

Dieses Montblanc Meisterstück ist Handwerk. Material. Präzision. Liebe zum Detail.

Das ist ein guter Kontrast zur Idee, Liebe sei „spontan“ oder „passiert“.
Natürlich kann ein Gefühl passieren. Aber Meisterschaft passiert nicht. Sie entsteht. Sie wird. Sie wird mit der Zeit.

Sie entsteht langsam durch

  • Wiederholung
  • Korrektur
  • Sorgfalt
  • Fokus

Das gilt für Schreiben. Das gilt für Musik. Das gilt für Körperarbeit. Und es gilt für die Liebeskunst.

Erich Fromm: Liebe als Kunst heißt Üben – nicht hoffen

„Die Meisterschaft in dieser Kunst muss uns mehr als alles andere am Herzen liegen.“ Erich Fromm

Wie lange wird es wohl gedauert haben, bis die Mitarbeiter von Montblanc ihr Handwerk beherrscht haben? Wie viel Geduld und Disziplin werden sie wohl aufgebracht haben? Aber auch Handschrift wird von diesem Symbol für Liebeskunst getragen: Wie lange dauert es, bis eine Handschrift Kunst ist? (Davon bin ich noch weit entfernt).

Erich Fromm hat in seinem Weltbestseller Die Kunst des Liebens (25 Mio verkaufte Exemplare) so beschrieben, wie ich die Liebeskunst heute verstehe. Sein Buch fiel mir vor 20 Jahren in die Hände und hat maßgeblich meine Entwicklung zur liebenden Frau und heute glücklichen Ehefrau unterstützt. Daher lohnt es sich, Erich Fromm immer wieder zu erwähnen:

Erich Fromm machte schon damals etwas, das vielen noch heute unbequem ist: Er nimmt Liebe aus der reinen Gefühlslogik heraus und setzt sie in die Logik einer Kunst.

Und eine Kunst lernt man nicht, indem man „wartet, bis es sich richtig anfühlt“, sondern indem man sie praktiziert.

Fromm benennt für die Praxis der Liebe ausdrücklich Dinge wie Disziplin, Konzentration und Geduld.

Für die Liebeskunst ist das Gold wert, weil es die romantische Illusion beendet:
Liebe ist nicht nur da – Liebe wird geführt.

Drei Punkte sind für mich der Meisterstück-Kern:

  1. Liebe ist Übung.
    Ohne Wiederholung bleibt Liebe Stimmung. Mit Wiederholung wird sie Können.
  2. Liebe ist Detail.
    Nicht die großen Worte, sondern Verhalten.
  3. Liebe ist Entscheidung.
    Nicht gegen den eigenen Körper. Nicht gegen die Wahrheit. Nicht gegen die Würde – weder die eigene noch die des anderen.

Der ökonomische Aspekt der Liebeskunst

Fromm kritisierte, dass Liebe heute (also auch schon damals) unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet wird. Damit meinte er vor allem die Art wie Beziehungen gelebt werden. Liebe als Austauschgeschäft.

Doch ich meine, dass Liebe in der Tat einen ökonomischen Aspekt beinhaltet, respektive die Liebeskunst.
Ich sage nicht: „Liebe ist käuflich.“
Ich sage: „Liebeskunst ist nicht kostenlos.

Sie kostet Zeit, Aufmerksamkeit, Disziplin. Mut. Manchmal Geld.
Und das ist nicht traurig – das ist eine Entscheidung.

Wer Investition verweigert, zahlt trotzdem. Nur später. Und oft mit Zinsen: Entfremdung, Bitterkeit, Trennung, gesundheitliche Folgen.

Das ist kein moralischer Appell. Das ist eine nüchterne Realität.

Liebeskunst ist Meisterschaft

Dieses Montblanc Meisterstück ist für mich das perfekte Symbol für Liebeskunst.

LIEBESKUNST ist Meisterschaft.
Und Meisterschaft entsteht nicht aus Hoffnung, sondern aus Praxis.

Übst Du bereits? Lasse mir gerne deine Erfahrungen unter diesem Text in den Kommentaren da.

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